Rückschau EWAV 2017

Unter dem Motto „Gib Dingen ein zweites Leben“ fand die Europäische Woche der Abfallvermeidung mit über 13.000 Aktionen in 30 Ländern Europas statt. In Deutschland zeigten Menschen an über 1.000 Orten Ihr Engagement für eine abfallärmere und ressourcenschonendere Zukunft.

 

 

Reparieren statt Wegwerfen

Besonderer Fokus lag dieses Jahr auf der Reparatur. Kommunen, Vereine, Behörden und Bildungseinrichtungen organisierten Repair-Cafés die einmalig oder regelmäßig stattfinden. Damit schaffen sie einen Ort, wo sich Jung und Alt, Profis und Amateure, defektes Gerät und Werkzeug treffen. Teilnehmende berichten, dass Menschen, die das erste Mal etwas selbst reparieren oft zu Wiederholungstätern werden und eine persönlichere Beziehung zu Ihren Dingen entwickeln. Außerdem wird von Vergessenheit bedrohtes Wissen weitergegeben und Reparieren wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gerufen. Zum Beispiel lud die AWM München Schulgruppen in das Wiederverwendungskaufhaus „Halle 2“ zum Show-Reparieren von Geräten ein.

Des Weiteren beteiligten sich über 200 Reparaturbetriebe mit der Kampagne „Fragen kostet nix“. Dabei ist während der Abfallvermeidungswoche die Reparaturberatung gratis angeboten worden mit dem Ziel, KundInnen die Option des Reparierens wieder aktiv nahe zu bringen. Damit soll dem Trend entgegengewirkt werden, defekte Dinge nach Ablauf der Garantiezeit aus vermeintlichen Kostengründen zu entsorgen, um sich ein Neugerät zu kaufen. Oft lohnt sich die Reparatur nämlich doch!

 

 

Verpackungsabfall vermeiden

Als zweiter Schwerpunkt kristallisierte sich das Thema Verpackungen heraus. Besonders die Einwegbecher Problematik wurde wieder von zahlreichen Akteuren aufgegriffen. Es wurden Becher verteilt, an Ständen informiert, Rabatte gegeben und Einwegbecher verbannt. Andere Initiativen wie Surfrider Foundation setzten sich für den Gebraucht von Stoffbeutel statt Plastiktüten ein. Auch das Unternehmen Hähnchen Hertel machte KundInnen auf die Nutzung von eigenen Töpfen anstelle von Einwegverpackungen an Standorten in ganz Deutschland aufmerksam. Und  in Nürnberg verteilte der Bluepingu e.V. Stoffbeutel für Backwaren, die bei Gebrauch Rabatt bei teilnehmenden Bäckereien erhielten.

 

 

Reparatur in Deutschland stärken

Zur Auftaktveranstaltung am 20. November diskutierten VertreterInnen aus Zivilgesellschaft, Unternehmen, Behörden, Politik und Kommunen wie Reparatur in Deutschland gestärkt werden kann. Als effektives Werkzeug wurden steuerliche Begünstigungen auf Reparaturdienstleistungen genannt, wie sie in anderen Ländern Europas bereits existiere. Die Ökodesignrichtlinie wird in Zukunft die Reparierbarkeit von bestimmten elektronischen Geräten europaweit regeln. Die Ausarbeit dieser wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Umso wichtiger ist eine ausgeweitete Informationspflicht für Hersteller. VerbraucherInnen sollten bei Ihrer Kaufentscheidung wissen, welches das langlebigere Produkt ist. Eine Auskunft über Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Reparaturanleitungen sind dabei weitere wichtige Komponenten.

 

 

Von Jahr zu Jahr wird die Beteiligung an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung größer. Immer mehr Menschen finden Wege aus der Wegwerfgesellschaft und gehen diese auch! Ob als Privatperson, im Verein, als Unternehmen oder in der Schulklasse – JedeR kann seinen Teil beitragen.

Auftaktveranstaltung 2017

Mehr visuelle Eindrücke von der Auftaktveranstaltung im Bundespresseamt am 20. November gibt es hier.
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GEFÖRDERT VON

Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln zur Unterstützung der Internationalen Zusammenarbeit gefördert und vom Umweltbundesamt begleitet. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.