Europäische Woche der Abfallvermeidung 2021

Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) findet als Kampagne seit 2009 in ganz Europa statt. Sie ist die größte Kommunikationskampagne rund um das Thema Abfallvermeidung. Dieses Jahr legt das Zentrale Sekretariat der EWAV in Brüssel den Fokus auf „sustainable communities“. Auch in Deutschland suchen wir „nachhaltige“ kommunale bzw. lokale Nachbarschaften und Gemeinschaften mit gut etablierten, aber auch innovativen Ideen. Die Kampagne richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft sowie aus Politik und Verwaltung auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene.

 


Livestream der digitalen Auftaktveranstaltung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit wird am 22. November ab 10 Uhr die diesjhährige Auftaktveranstaltung der Europäischen Woche der Abfallvermeidung live für alle frei zugänglich übertragen.

Das Programm mit einer Auflistung alles Referentinnen und Referenten gibt es hier

Hier geht es zum Livestream beim BMU

 


Anmeldezeitraum zur Auftaktveranstaltung gestartet

Die digitale Auftaktveranstaltung ist am 22. November um 10 Uhr. Die Anmeldung ist ab sofort hier möglich.

 

Die Grundlage unseres Lebensstils fußt auf einem übermäßigen Verbrauch begrenzter Ressourcen. Der weltweite Ressourcenverbrauch hat zwischen 2014 und 2019 um 17 Prozent zugenommen. In diesem Zeitraum ist die jährliche Menge an Siedlungsabfällen um 700 Millionen Tonnen auf 2,7 Milliarden Tonnen gewachsen. Wir sind in Deutschland mit etwa 50 Millionen Tonnen daran beteiligt. Ein gutes Zeichen ist, dass seit einigen Jahren die Netto-Abfallaufkommen in Deutschland stagnieren. Eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Abfallaufkommen von 13,8 Prozent in den Jahren 2004 bis 2018 ist zu beobachten. Durch Maßnahmen der Abfallvermeidung soll dieser Trend weiter gestärkt werden, denn die Abfallmengen in Deutschland sind trotz allem immer noch deutlich zu hoch. Daher hat die EWAV zum Ziel, mehr Akteurinnen und Akteure zu motivieren und mit ihren Aktionen aufzuzeigen, wie Abfälle vermieden werden können.

Der Fokus der EWAV 2021 liegt auf nachhaltigen Gemeinschaften. Dazu gehören soziale Gruppen, beispielsweise Familie, Freundeskreis, Kollegen sowie Nachbarschaft oder Gemeinde, die sich vor Ort für die Abfallvermeidung einsetzen, nachhaltigen Konsum fördern und Multiplikatoren für abfallvermeidende Ideen sind.

Zum Auftakt wird Dr. Holger Thärichen, VKU-Geschäftsführer der Sparte Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit, um 10 Uhr offiziell die EWAV eröffnen und in das Motto der diesjährigen Kampagne „Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!“ einführen. Es schließen sich Begrüßungsreden von Vertretern des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, des Umweltbundesamts und von Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen e.V., an.

Im Anschluss finden Vorträge und Diskussionen zu folgenden Themen statt:

Block 1: Erfolgreiche Netzwerke für eine nachhaltige Gemeinschaft

Block 2: Unternehmerische Initiativen zur Stärkung einer nachhaltigen Gemeinschaft

Block 3: Best Practice Beispiele: Initiativen für eine nachhaltige Nachbarschaft

Block 4: Engagement aus Forschung und Wissenschaft für die nachhaltige Gemeinschaft der Zukunft

 

Die Anmeldung zur Auftaktveranstaltung ist bei der Akademie Dr. Obladen GmbH unter diesem Link ab sofort möglich, die Teilnahme ist kostenfrei und für alle Interessierten offen. 

 


Das Motto der EWAV 2021 in Deutschland lautet: 

 

Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!

 

Eine Gemeinschaft ist eine überschaubare soziale Gruppe, zum Beispiel die Familie, eine Gemeinde, der Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen oder ein Verein, deren Mitglieder durch ein starkes „Wir-Gefühl“ eng miteinander verbunden sind – oftmals über Generationen. Auch die Nachbarschaft kann eine Gemeinschaft sein. Die Gemeinschaft gilt als ursprünglichste Form des Zusammenlebens und als Grundelement der Gesellschaft. 
Unter Nachhaltigkeit verstehen wir in erster Linie die Verantwortung für unsere Umwelt, also einen verantwortungsbewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen, damit sie langfristig erhalten bleiben und ihr Bestand auf natürliche Art erneuert werden kann. Anders gesagt: Nachhaltigkeit bedeutet, Abfälle zu vermeiden und somit Ressourcen zu schonen. Dieses Jahr streben wir danach, unterschiedliche Gemeinschaften, d.h. soziale Gruppen in den Vordergrund zu stellen, die sich für die Abfallvermeidung einsetzen, nachhaltigen Konsum fördern und Gemeinsinn stiften. Gemeinschaften können einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten und Teilhabe ermöglichen, indem sie Projekte zur Abfallvermeidung entwickeln, bekannt machen, durchführen und fördern. Sie sind Multiplikatoren für abfallvermeidende Ideen.
Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon eine Möglichkeit, Sachen, die zu Schade zum Wegwerfen sind, anderen zur Verfügung zu stellen? Hat Ihr Verein, Ihre Nachbarschaft, Ihre Familie oder Eure Schule hierfür Ideen entwickelt?  
Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon jemanden, den Sie um Rat bitten können, wenn Reparaturarbeiten anfallen oder einen Ort von dem Sie wissen, dass Sie dort jemanden antreffen, der Ihnen mit Rat und Tat bei der Reparatur zur Seite steht? 
Gibt es in Ihrer Nachbarschaft schon Möglichkeiten, Dinge gemeinschaftlich zu nutzen, so dass etwas, das nicht täglich gebraucht wird, von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wird und von allen genutzt werden kann, wenn es benötigt wird? Nicht jede/r muss jedes Werkzeug, Spielzeug, Sport- oder Küchengerät besitzen. Für viele Dinge bietet sich eine gemeinschaftliche Nutzung nach Bedarf an. Das spart auch Kosten. 

Es gibt noch viele andere tolle Ideen, wie sich eine Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit und weniger Abfall einsetzen kann. Inspirieren lassen können Sie sich über die anstiftung, die Netzwerke des Selbermachens fördert und sie untereinander vernetzt. Dazu gehören Urbane Gärten, Offene Werkstätten, Reparatur-Initiativen ebenso wie Initiativen zur Belebung von Nachbarschaften. 

Für die jüngeren Akteure wären folgende Aktionen denkbar: Schülerinnen und Schüler könnten eine Tauschbörse für Spielzeug, Bücher, Kleidung usw. ins Leben rufen. Die Schule könnte mit den Kindern regionales, saisonales und bedarfsgerechtes Kochen üben. Auch das trägt zur Vermeidung von Abfällen bei. Zudem könnten sich Bildungseinrichtungen mit verschiedenen Themen der Abfallvermeidung befassen und zur Aktionswoche ihren Erkenntnisgewinn, zum Beispiel über Social Media, mit der Gemeinschaft teilen. Unterschiedliche Wettbewerbe, wie zum Beispiel der Malwettbewerb der Let´s Clean Up Europe-Kampagne aus dem Jahr 2020, sind auch dieses Jahr gern gesehen! In den Distanzunterricht lässt sich das gemeinsame schauen von Dokumentationen, zB über das Handwerk oder unsichtbaren Müll, wunderbar einbinden. Aktive Seniorinnen und Senioren können Schulen und Kindergärten dabei in ihrer Nachbarschaft mit ihren Erfahrungen zur Abfallvermeidung und zum Umweltschutz unterstützen.

Die EWAV-Akteure sind herzlich dazu eingeladen, digitale Ausstellungen, Workshops oder Podcasts zu organisieren bzw. aufzunehmen. Alle Aktionen rund um das Thema Abfallvermeidung sind willkommen! Bei Präsenzveranstaltungen beachten Sie bitte die aktuellen Hinweise zu den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen der Bund- und Länderverordnungen.

Sie können Aktionen bis zum 16. November 2021 hier anmelden


 

GEFÖRDERT VON

Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln zur Unterstützung der Internationalen Zusammenarbeit gefördert und vom Umweltbundesamt begleitet. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.