Nationale Best Practice Beispiele

BLAZE(R) UP

Was: BLAZE(R) UP I & II

Wer: Kathrin Schilling & die Schüler*innen der EKS

Wo: Elisabeth-Knipping-Schule Kassel

Wann: Seit 2019

Worum geht’s?

Die Schüler*innen der mehrjährigen Berufsfachschule mit Berufsabschluss als Maßschneider*in der Elisabeth-Knipping-Schule (Berufsfeld Mode), möchten zeigen, dass auch in der oft umstrittenen Modebranche Möglichkeiten bestehen, nachhaltig mit der Umwelt und ihren Ressourcen umzugehen. Regelmäßig wird im Rahmen der Ausbildung an Upcycling-Projekten, in denen aus ausgedienter Kleidung mit viel Kreativität einzigartige Kleidungsstücke und Accessoires entstehen, gearbeitet. Eine Besonderheit an der Schule ist die Zusammenarbeit mit den Stadtreinigern in Kassel, die regelmäßig ausrangierte Arbeitskleidung zur Verfügung stellen.

Copyright der Bilder: Kathrin Schilling / Elisabeth-Knipping- Schule

Meerbusch-fresh

Was: Blogmeerbusch-fresh“

Wer: Bettina Giemsa

Worum geht’s?

„Jeder kann Umweltschutz“ – Unter diesem Motto bloggt Bettina Giemsa aus Meerbusch über Tipps zur Müllvermeidung, Plastikreduktion und andere Nachhaltigkeitsthemen. Auf ihrem Blog sind viele praktische Tipps aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz als Mutter und Verbraucherin, aber auch Denkanstöße und Gedanken zu komplexeren Themen zu finden. Viele regionale Hinweise zu Wertstoffsammlungen, Clean Ups in der Region oder auch Adressen zu Unverpackt-Läden runden das Angebot ab. Ganz wichtig ist ihr, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen – Begeisterung und Inspiration statt Beschränkungen und Verbote. 

Copyright der Bilder: Bettina Giemsa

Bye Bye Plastik Sylt

Was: Bye Bye Plastik Sylt

Wer: Heike Werner

Wo: Sylt

Worum geht’s?

Die Initiative Bye Bye Plastik will Deutschland vom Einwegplastik befreien. Dafür setzen sich regionale Gruppen ein, die sich alle freiwillig vor Ort um die Reduktion von Einwegplastik im privaten, geschäftlichen, kommunalen und touristischen Gebiet bemühen. Die ehrenamtliche Initiative wurde im November 2018 von der auf der dänischen Insel Bornholm lebenden deutschen Autorin und Plastikaktivistin Steffi Schroeter gegründet und ist seitdem in elf deutschen Regionen aktiv, darunter Kiel, Flensburg, Frankfurt und Quickborn. Im Sommer 2019 haben sich der Initiative die vier engagierten Sylter Frauen Heike, Carin, Claudia und Christine angeschlossen um Bye Bye Plastik Sylt ins Leben zu rufen. Zur Symbolfigur wurde der Wal auserwählt. Die Initiative hat das Credo, dass jeder Schritt und jede Handlung eines jeden Menschen zählen. Wenn allein nur jede*r der knapp 18.000 Sylter Einwohner*innen jeden Tag ein Stück Plastik weniger verbraucht und ein Stück Plastik am Wegesrand, am Strand oder in der Natur aufsammelt, wären das mehr als 13.000.000 Stücke Plastik weniger im Jahr.

Copyright der Bilder: Heike Werner

 

Hinsundkunzt – das Nachbarschaftsatelier

Was: Raum-Sharing

Wer: Hinsundkunzt – das Nachbarschaftsatelier

Wo: Berrenrather Str. 182 in 50937 Köln (Sülz)

Worum geht’s?

Das Hinsundkunzt entstand aus der Idee von Kreativen im nachbarschaftlich gemeinnützigem Sinne einen Ort für alle Altersklassen und Menschen aus jedem sozialen Milieu zu schaffen, in dem Räume genutzt werden können für alle möglichen Zwecke, ohne sich dauerhaft fest zu binden. Quasi eine Art gemeinschaftlichen „Raum-Sharings“. Die bereitgestellten Räume des Hinsundkunzt sind eine Anlaufstelle, um auf vielfältige und kreative Weise die Gemeinschaft zu stärken und Träume zu verwirklichen - ob Kleidertausch-Party, Fahrzeug-Sharing, ein spezielles Sammelsystem für Zigarettenfilter, Spielzeugtausch, Werkzeug- und Geräteverleih. Die Räume werden für Trainings-, Tanz- und Malkurse, Singkreise, Yogabetreuung, Flohmärkte und Workshops sowie viele weitere Aktivitäten genutzt. Jede Idee ist willkommen. Langfristig ist angedacht, das Netzwerk und das damit verbundene Angebot an Räumen im Rahmen einer Vereinsgründung (e.V.) zu festigen und somit auch weitere Räume und Locations in den Pool mit zu übernehmen.

Copyright der Bilder: © Hinsundkunzt

PooPicks auf Wangerooge

Was: PooPicks auf Wangerooge

Wer: Kurverwaltung Wangerooge

Wo: Wangerooge

Worum geht’s?

Seit 2018 werden PooPicks an Touristen verteilt und am „Platz am Meer“ steht ein praktischer Spender, aus dem PooPicks kostenlos entnommen werden können. Zukünftig gibt es PooPicks auch als praktische Tüte - in der Handhabung genauso einfach und sicher wie herkömmliche Plastiktüten, aber garantiert ebenso plastikfrei wie der “große Bruder” aus Recycling-Pappe. 

Copyright der Bilder: Kurverwaltung Wangerooge (Rieka Beewen)

Upcycling-Markt

Was: „Upcycling-Markt“

Wer: Manuela Witzke und die Kinder des Offenen Ganztags

Wo: Gemeinschaftsgrundschule St. Markus in der Gemeinde Bedburg-Hau (Kreis Kleve)

Wann: 2019

Worum geht’s?

Das achtmonatige Umweltprojekt im Offenen Ganztag bot eine breit gefächerte Angebotsreihe an, in dessen Rahmen am Ende der Upcycling-Markt entstand. Über 600 Besucher*innen lockte der Markt an. Abfallvermeidungstipps der Kinder, sowie Informationen über einige Umweltorganisationen konnte man verschiedenen Stellwänden entnehmen und in einem Workshop bot sich die Möglichkeit aus Tetra-Paks und Transparentpapier-Resten leuchtende Häuschen zu basteln. Höhepunkt des Abends war eine Versteigerung bei der ganz besondere Stücke, wie ein Sofa aus Europaletten mit Polstern aus zusammengenähten Jeanshosen, eine Sitzbank aus einem Motorenölfass oder eine Stehlampe aus einer alten Waschmaschinentrommel und einem Dreibein aus alten Dielenhölzern, ersteigert werden konnten. Am Ende der Veranstaltung wurde ein Gesamterlös von 4.432,40 € erzielt. Die Hälfte wurde der Deutschen Stiftung Meeresschutz gespendet.

Copyright der Bilder: Kerstin Bremer

Upcycling-Workshop „Vom Schrott zum Schuh“

Was: Upcycling-Workshop „Vom Schrott zum Schuh“

Wer: Schuhmacherin Andrea Natterer

Wo: München

Worum geht’s?

Eines Morgens, inspiriert vom Schimmern ihres Balkonschutzes im Licht, nahm sich Andrea Natterer einen alten Prototyp einer Herrensandale zur Hand und die alten Schnittreste des Kunstoffgewebes und begann rumzuexperimentieren. In kürzester Zeit wurden verschiedenste Modelle entwickelt, wobei Restmaterialien, wie O-Ringe aus Gummi, Sohlen, alte Riemen und Schaftteile von ausgedienten Schuhen, Gürtel, Stoffe, Bänder, etc., zum Einsatz kamen. Die bewusste Reduktion der Materialien, des Werkzeugeinsatzes, und die relativ kurze Produktionsdauer ließen die Idee reifen, einen Workshop zu entwickeln, in dem interessierte Laien eigenhändig ein Paar individuelle Schuhe herstellen können. Im Workshop soll ein Bewusstsein vermittelt werden wie „Abfall“ einen neuen Wert erhalten kann, Phantasie und Kreativität soll angeregt, Ideen entwickelt und das Umsetzen erlernt werden. Ein Workshop dauert 14 Stunden, verteilt auf zwei Tage. Nach einer Einführung in Material- und Werkzeugkunde, wird das mitgebrachte Material gesichtet und dann in vielen differenzierten Arbeitsschritten die unterschiedlichen Schuh-Modelle erarbeitet. Dabei ist immer der eigene Fuß das Modell, so dass der Schuh letztlich wie angegossen passt. Schuhmacher-Upcycling-Workshops für interessierte Laien anzubieten, ist deutschlandweit bisher einzigartig. Und darauf ist Andrea Natterer schon ein bisschen stolz.

Copyright der Bilder: © Andrea Natterer

GEFÖRDERT VON

Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz mit Mitteln zur Unterstützung der Internationalen Zusammenarbeit gefördert und vom Umweltbundesamt begleitet. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.